Es gibt Orte, die brauchen keine Werbung. Diese über Hamburgs Grenzen hinaus bekannte Kneipe am Hamburger Berg ist so eine. Seit über 70 Jahren steht sie da, macht auf, wenn andere zumachen, und bleibt, wie sie ist – während sich der Kiez rund um sie herum immer wieder neu erfindet. Wir sind die Kiezjungs, wir kommen von hier und bei unseren Touren gehört der Elbschlosskeller zu den Orten, über die wir erzählen. Nicht als Attraktion, sondern weil er einfach besonders ist.
- Der Elbschlosskeller am Hamburger Berg 38 ist seit 1952 rund um die Uhr geöffnet
- Wirt Daniel Schmidt führt ihn in dritter Generation und hat sich besonders in der Pandemie als Mensch mit Haltung gezeigt
- Wer mehr über diesen Ort erfahren will: Das Thema Elbschlosskeller ist Tour-Bestandteil unserer Großen Reeperbahn-Tour, der St.-Pauli-Kneipentour und der Reeperbahn-Krimi-Tour

Was ist der Elbschlosskeller? Eine Tour durch seine Geschichte
Er wurde 1952 eröffnet und nach der längst verschwundenen Elbschloss-Brauerei benannt. Seitdem hatte er nicht eine Stunde geschlossen – nicht an Weihnachten, nicht an Silvester und auch nicht um vier Uhr morgens mitten in der Woche. Der Elbschlosskeller war immer auf. Bis Corona kam und erstmals in der Geschichte des Hauses die Tür zubleiben musste. Das allein sagt schon viel über diesen Ort. Keine Sperrstunde, keine Ausnahmen, keine Kompromisse und deswegen als die härteste Kneipe Deutschlands bekannt. Der Laden ist wie der Kiez selbst: bunt, menschlich und es ist immer etwas los. Weit über Hamburg hinaus hat der Elbschlosskeller seine Tour durch die Medien gemacht – als ein Ort, der zeigt, was St. Pauli jenseits von Neonreklame und Partymeile ist.
Daniel Schmidt – ein Wirt, der nicht wegschaut
Hinter jedem Ort, der Bestand hat, steckt ein Mensch, der ihn mit Herzblut am Leben hält. Beim Elbschlosskeller ist das Daniel Schmidt. Er führt die Kneipe in dritter Generation und bereits sein Vater war auf dem Kiez als „Wodka-Lothar" bekannt. Seit er 18 ist, steht Daniel hinter dem Tresen und wollte nie etwas anderes werden. Wie viele andere Lokale hat jedoch auch der Elbschlosskeller eine Tour durch harte Zeiten gemacht – eine wirklich harte Tour. Was den Ort so besonders macht, ist, dass nicht nur das Lokal selbst diese überstanden hat, sondern dass er gleichzeitig auch anderen Menschen dabei geholfen hat, schlechte Zeiten zu überstehen. Und das tut er noch heute.

Über die Grenzen des Kiezes hinaus hat ihn aber nicht nur seine Ausdauer, sondern vor allem sein Charakter bekannt gemacht. Als während der Pandemie die Einnahmen wegbrachen, hat Daniel Schmidt nicht einfach dichtgemacht. Er hat sein Lokal zur Anlaufstelle für Obdachlose gemacht, Lebensmittel ausgegeben, Wärme geschenkt – und gleichzeitig alles daran gesetzt, seine Mitarbeiter vor Arbeitslosigkeit zu schützen.
Das ist keine Geschichte, die sich gut auf einem Pressebild macht. Das ist einfach, wie Daniel Schmidt tickt. Er sieht sich als Wirt, Seelentröster und Freund – die Stammgäste, die täglich kommen, bestätigen das. Unsere Guides kennen Daniel und seine Geschichte seit Jahren – und wir erzählen euch genau diese Geschichte über den Elbschlosskeller bei unseren Touren.
Elbschlosskeller-Tour für Touristen vs. Heimat für Menschen vor Ort
An Wochenenden kommen Neugierige aus aller Welt. Das ist nachvollziehbar, denn der Ruf des Ortes eilt ihm voraus und viele wollen ihn einmal von außen gesehen haben. Und das ist auch vollkommen legitim. Aber das ist nicht das, worum es wirklich geht. Unter der Woche sieht das Bild anders aus. Dann sind es Stammgäste, für die es keine lustige Elbschlosskeller-Tour ist, sondern Heimat. Menschen, die am Rand der Gesellschaft stehen oder irgendwann dort angekommen sind. Menschen, bei denen die Zeit hier irgendwann stehengeblieben ist. Und Daniel kennt viele von ihnen. Genau das macht den Elbschlosskeller zu mehr als einer einfachen Kneipe. Er ist ein Spiegel von St. Pauli – rau, direkt, ohne Schönfärberei, aber voller Menschlichkeit. Wenn ihr beim Stichwort Elbschlosskeller-Tour nach reißerischen Gruselgeschichten sucht, seid ihr hier falsch. Wenn ihr jedoch verstehen wollt, was dieser Ort für das Viertel bedeutet und welche Menschen ihn tragen – dann seid ihr hier genau richtig.

Der Elbschlosskeller und der Kiez im Wandel
St. Pauli verändert sich. Das war immer so und das wird immer so bleiben. Cafés ersetzen Spelunken, Eigentumswohnungen wachsen dort, wo früher Milieubetriebe waren, die Reeperbahn wird bunter und touristischer. Manches davon ist gut, manches geht verloren. Der Elbschlosskeller ist eines der wenigen Dinge, die geblieben sind. Nicht, weil er sich konserviert hat wie ein Museum, sondern weil er schlicht weitergemacht hat. Jeden Tag und für alle, die vorbeikommen.
Das ist der Grund, warum der Ort auf einem Ausflug oder der Suche nach einer Elbschlosskeller-Tour nicht einfach als Sehenswürdigkeit abgehakt werden kann und warum wir ihn auch nicht so behandeln. Er ist Teil einer Geschichte, die wir respektieren und bewundern. Unsere Guides erzählen diese Geschichte – eingebettet in den größeren Kontext von St. Pauli, wie es war, wie es ist und wohin es sich entwickelt. Wer das Stichwort Elbschlosskeller-Tour in die Suchmaschine tippt, landet hier – und bekommt mehr als einen Eintrag im Reiseführer.
Du suchst nach einer Elbschlosskeller-Tour? Hier findest du mehr
Auch wenn dieser Laden absolut besonders ist, bildet er kein eigenständiges Tourformat bei den Kiezjungs – und das ist auch so gewollt. Wir gehen nicht aktiv rein oder stülpen einen Touristenrahmen über einen Ort, der keinen braucht. Dass das Thema Elbschlosskeller-Tour trotzdem gefragt ist, zeigt: Menschen wollen diesen Ort verstehen. Die Geschichten dazu, über Daniel Schmidt, die Stammgäste, die Pandemie-Zeit und die Rolle dieses Ortes für das Viertel, erzählen wir auf unseren Reeperbahn-Touren. Um genauer zu sein, erfahrt ihr viel über diesen Ort bei der Großen Reeperbahn Tour, der St. Pauli Kneipentour und der Reeperbahn Krimi-Tour. Alle drei zeigen St. Pauli von seinen verschiedenen Seiten.
Es muss nicht immer eine Elbschlosskeller-Tour sein, bei der eine Gruppe in den Laden geht, einfach nur, um da gewesen zu sein. Viel besser ist doch, die wirklich spannenden Dinge im Kontext des ganzen Viertels zu verstehen. Immerhin hat dieser ja auch noch weit mehr zu bieten, auch wenn diese Kneipe ein wichtiger Bestandteil ist.



